Das bemerkenswerteste erhaltene Bauwerk aus der Zeit der NS-Herrschaft in Berchtesgaden ist das sogenannte Kehlsteinhaus oder Adlershorst. Es wurde auf einer Höhe von 1834 Metern über dem Meeresspiegel als Geschenk der NSDAP zum 50. Geburtstag Hitlers im Jahr 1939 erbaut. Der Urheber und Leiter der Projektdurchführung war Martin Bormann. Dieses außergewöhnliche Bauwerk mit meterdicken Mauern wurde zusammen mit der 6,5 Kilometer langen Straße in Rekordzeit: 13 Monaten, für die "bescheidene" Summe von 150 Millionen Euro fertiggestellt. Das Kehlsteinhaus sollte als Diplomatenhaus – ein Sitz für die Aufnahme von Diplomaten und Staatsoberhäuptern – dienen.


Der Zugang zum Kehlsteinhaus erfolgt über eine eigens angelegte, 6,5 km lange Straße, die einen Höhenunterschied von 700 Metern überwindet. Sie ist gleichzeitig eine der schönsten Panoramastraßen Europas. Die Straße ist für Individualtouristen natürlich nicht zugänglich - sie ist nur 4,5 m breit. Spezielle Busse bringen die Touristen hin und her. Es ist auch möglich, zu Fuß aufzusteigen. Das eigentliche Abenteuer beginnt am Parkplatz, der sich auf einer Höhe von über 1.700 Metern über dem Meeresspiegel befindet. Ein 124 m langer Tunnel führt zum "Adlernest", an dessen Ende sich der Eingang zu einem luxuriösen goldenen Aufzug befindet. Der in den Fels gehauene Schacht ist ebenfalls 124 m hoch. Der Aufzug fährt in nur 41 Sekunden auf diese Höhe.




